10 Fragen an Axel Möring von ELBKICK.TV

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Axel-Möring---Profil-kleinStellen Sie sich, Ihren aktuellen Job und Ihr Unternehmen/Ihre Institution vor.
Mein Name ist Axel Möring. Ich bin 29 Jahre alt, wohne in Hamburg und bin Geschäftsführer des bundesweit ersten Web-TV Sender über den Amateurfußball, den ich 2010 gemeinsam mit meinem Geschäftspartner Jurek Rohrberg ins Leben gerufen habe. ELBKICK.TV berichtet täglich über die Hamburger Ereignisse der Amateurfußballszene und veröffentlicht dabei unterschiedliche Formate. Zu unseren Formaten gehören Talks, Spielberichte, Expertenmeinungen, Specials und Portraits aus allen Hamburger Ligen des Frauen-, Jugend- und Herrenfußballs. Bis heute haben wir über 1.000 Videos veröffentlicht und dabei mehr als eine Millionen Videoaufrufe erzielt. Seit Ende 2012 studiere ich zudem an der Deutschen Sport Management Akademie in Köln und mache nebenberuflich meinen Sportbetriebswirt.

Was sind die Hauptaufgaben in Ihrem aktuellen Job? Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?
Zu den wichtigsten Aufgaben als Geschäftsführer gehört das Controlling. Ich kümmere mich jeden Tag um die Finanzplanung, probiere neue attraktive Sponsorships abzuschliessen und Partner für unsere Portale zu gewinnen. Parallel mache ich die Personaldisposition und gemeinsam mit dem Team die Redaktionsplanung. Zudem bauen wir seit Anfang 2013 mit SPREEKICK.TV in Berlin einen zweiten Standort auf, der ebenfalls viele organisatorische Kapazitäten erfordert.
Mein typischer Arbeitstag besteht aus der Erledigung vieler Terminen, Telefonate, E-Mails und Mitarbeitergesprächen. Zu unseren Partner und Sponsoren pflegen wir eine sehr enge Beziehung und stehen ständig im Austausch. Ohne unsere Partner und Sponsoren sowie unserem hochmotivierten Team hätte das Unternehmen nicht eine so enorme Entwicklung wie in den letzten Jahren gehabt, deswegen gebührt diesen natürlich ein ganz besonderer Stellenwert und Dank.

Welchen Karriereweg haben Sie eingeschlagen um dorthin zu kommen, wo Sie heute sind?
Nachdem ich mein Abitur und meinen Zivildienst absolviert hatte, entschloss ich mich eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann zu machen. Für mich stand nach dem Abi der Sport- oder Musikbereich zur Auswahl, da ich mir jedoch damals nur schwer vorstellen konnte, nach meiner Ausbildung oder Studium im Sportbereich Geld zu verdienen, habe ich den Musikbereich vorgezogen. Da es der Plattenindustrie jedoch wirtschaftlich nicht sonderlich gut ging, entschloss ich mich zu einer Ausbildung als Veranstaltungskaufmann. Das Organisieren, Koordinieren sowie das strukturierte Planen und Arbeiten waren bereits in der Schulzeit meine Stärken. Meine Ausbildungszeit in einer Dreieckskombination (Konzert / Booking Agentur, Verband, und Eventagentur) war sehr lehrreich und ich würde jedem die Ausbildung weiterempfehlen. Man opfert zwar viel Freizeit und Energie, lernt aber viele interessante Menschen kennen und bekommt recht gute Einblicke in eine sehr spannende Branche.
Im Anschluss an meine Ausbildung bin ich als Praktikant nach New York gegangen, um die bis dahin fehlende Auslandserfahrung zu sammeln. Die Zeit in Amerika hat mich stark geprägt. Dem American Way of Life – „vom Tellerwäscher zum Millionäre“ – bin ich täglich in der Stadt begegnet und die Inspiration, es aus eigener Kraft und Motivation zu etwas zu bringen, war ständig gegenwärtig.
Als ich wieder in Hamburg war, habe ich noch eine kurze Zeit bei einem Tourneeveranstalter gearbeitet, aber parallel immer größer den Drang zur Selbstständigkeit verspürt. Die Idee des Formates über den Amateurfußball, die mir und meinem Geschäftspartner Jurek Rohrberg beim letzten gemeinsam Sommerurlaub gekommen ist, war ständig präsent und hat uns sehr gereizt. Also kündigte ich meinen Job und wagte mich ins Abenteuer der Unternehmensgründung. Im Juli 2010 war es dann soweit und wir haben ELBKICK.TV gegründet. Unser Startkapital war mit 50,- EUR pro Nase sehr überschaubar und alle weiteren Dingen haben wir uns irgendwie organisiert. Unser „Studio“ war bei Jurek im Wohnzimmer und das Büro sowie Lager war bei mir in der Wohnung. Wir haben also viel improvisiert, aber am Ende hat alles immer irgendwie geklappt.

Welche Fähigkeiten sind in Ihrem aktuellen Job gefragt und was sind die wichtigsten Eigenschaften?
Ich denke, dass die wichtigste Fähigkeit ist, permanent den Gesamtüberblick über die Firma zu haben. Dabei sollte man stets ehrlich und fair denken sowie hanseatisch kaufmännisch handeln. Es sind viele wichtige Aufgaben, die jeden Tag erledigt werden müssen. Auch wenn es mal nicht rund läuft, muss man einen kühlen Kopf bewahren und stets motiviert an die Arbeit gehen. Die Firma ist wie ein kleines Kind, welches einen morgens aufweckt und mit dem man abends wieder schlafen geht. 24 Stunden und 7 Tage die Woche ist ständig etwas zu tun. Dies ist sicherlich der größte Unterschied zu einem Angestelltenverhältnis. Da ich in einer Unternehmerfamilie groß geworden bin, wurde mir das Unternehmergen quasi mit in die Wiege gelegt. Mein Organisationstalent kommt mir sicherlich in der täglichen Arbeit ebenfalls zu gute. Ein seriöses und kommunikatives Auftreten gegenüber Sponsoren, Partnern und Mitarbeitern ist zudem sehr wichtig. Das zwischenmenschliche Verhalten ist die Basis und sollte immer im Vordergrund stehen. Die Leute die sich mit mir unterhalten, müssen immer meine Leidenschaft und Motivation für die Firma spüren. Zu guter letzt sollte man immer eine Vision und Ziele haben. Wo wollen wir, wann und wie mit unserer Firma stehen.

Was war aus Ihrer Sicht die wichtigste Weichenstellung zu Beginn Ihrer Laufbahn?
Nachdem ich im Ausland war und mich in Hamburg meine Arbeit beim Tourneeveranstalter nicht ausgelastet und erfüllt hat, entschloss ich mich, mit meinem Geschäftspartner unsere Firma zu gründen. Den Mut, ein Portal ins Leben zu rufen, ohne große Erfahrung in vermarktungs- und technischer Sicht zu haben, war sicherlich der wichtigste Schritt. Ebenfalls haben wir mit insgesamt 100,- Euro Gesamtkapital eine gewinnbringende Firma gegründet, was heutzutage sicherlich einmalig ist. Die Grundlagen und Kontakte, die wir in den Jahren zuvor gesammelt haben, kamen uns dabei sicherlich zugute, denn durch meine kaufmännische Ausbildung und eine lehrreiche Ausbildungszeit habe ich viele entscheidende Dinge fürs Leben gelernt.

Welche Tipps/Ratschläge würden Sie Kandidaten geben, die sich für eine Karriere im Sportmanagement interessieren?
Wer eine Vision hat und diese täglich lebt, wird immer den Schlüssel zum Erfolg finden. Glaubt an Euch, Eure Ziele und Träume und arbeitet täglich dafür, dann ist nahezu alles möglich. Wenn man bereit ist, alles zu geben und an sich glaubt, wird es früher oder später anerkannt und gewürdigt. Im Sportmanagement trifft man viele Quereinsteiger und Personen, die sich von ganz unten hochgearbeitet haben und heute Unternehmen im Sportbereich und Vereine führen. Wichtig ist, dass die Ideen und Pläne umgesetzt werden. Geht raus, probiert Euch aus, sammelt Erfahrung und Feedback, lernt aus den eigenen Fehlern, seid kommunikativ und geht selbstbewusst auf die Leute zu. Wer zuhause sitzt und auf seine Chance oder Erfolg wartet, wird wenig Erfolg haben. Die persönliche Leidenschaft und das innere Feuer für den Job und die Ziele müssen ständig ausgestrahlt und gelebt werden. Wer dieses ausstrahlt und lebt, macht vieles richtig und schafft die Grundlage für eine erfolgreiche Karriere im Sportmanagement.

Was spricht für und was gegen einen Job im Sportbusiness?
Ich denke, dass es heutzutage keinen leichten oder einfachen Job mehr gibt. Das man für seine Ziele und Träume viel und vor allem Zeit opfern muss, ist ja nichts Neues. Jeder attraktive Job erfordert heutzutage sehr viel von einem und es liegt an einem selbst, was man daraus macht. Die personelle Konkurrenzsituation in der Sportwelt ist sicherlich sehr hoch und manche Firmen nutzen dies stark aus und setzen so die Mitarbeiter unter Druck. Vieles geht zudem nur über Kontakte, aber das ist sicherlich auf alle Branchen übertragbar. Am Ende überwiegen aber die positiven Aspekte der Arbeit im Sportbusiness und ich kann nur jedem empfehlen einen Fuß in die Tür zu bekommen, um die tollen Facetten der Branche zu erleben.

Was war das Highlight in Ihrer bisherigen Karriere?
Highlights erlebe ich eigentlich jeden Tag. Die vielen interessanten Geschichten und Persönlichkeiten, die ich durch meine Arbeit kennengelernt habe, sind sicherlich hervorzuheben. Aber auch die wichtigen Meilensteine, die wir mit der Firma erlebt haben, waren großartig und erfüllen mich mit Stolz. Die Auszeichnung durch das Bundeswirtschaftsministerium Ende 2012, die Anstellung unserer ersten festen Mitarbeiter oder auch der Start und die Umsetzung der Idee und des Konzeptes von ELBKICK.TV in Berlin mit SPREEKICK.TV in diesem Jahr waren tolle Highlights in der noch jungen Firmengeschichte. Diese Highlights sind zu Beginn unserer Tätigkeit kaum vorstellbar gewesen und ich hoffe, dass noch viele positive Ereignisse in den nächsten Jahren dazukommen.

Wie stellen Sie sich Ihren weiteren Karriereweg vor?
Als nächstes persönliches Ziel habe ich meinen Abschluss als Sportbetriebswirt in 2014 geplant. Danach haben wir mit unserer Firma noch viele interessante Ziele, die wir in den nächsten Jahren erreichen wollen. Alles Weitere wird sich dann mit der Zeit ergeben. Die Arbeit im Sportmanagementbereich macht mir jedenfalls sehr viel Spaß und ich bin gespannt, was die Zukunft für meine Firma und mich persönlich bringen wird.

Vielen DANK für das Interview!

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