10 Fragen an Jens Läsker von der A-ROSA Resort GmbH

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Foto-Jens-Läsker-kleinStellen Sie sich, Ihren aktuellen Job und Ihr Unternehmen/Ihre Institution vor.
Ich bin 36 Jahre alt, Diplom Kaufmann (FH) mit dem besonderen Blickpunkt auf Sport- und Eventmanagement. Meine langjährige Leidenschaft galt dem Handball, doch wollte ich mich nie in dieser Sportart beruflich bewegen um nicht diese jugendliche Freude daran zu verlieren. Während des Abiturs hatte ich erste Kontakte zum Golfsport und war sehr schnell davon infiziert. In dieser Sportart beruflich aktiv zu werden lag nach dem Studium also nahe – auch weil die Golfbranche ein anspruchsvoller Wachstumsmarkt ist. Über den Einstieg des Produktmanagers, zum Manager für Golf bin ich seit nunmehr 2011 zum Direktor für Golf & Sport bei der A-ROSA Resort GmbH aufgestiegen. A-ROSA betreibt 5 Sterne Resorts zum Beispiel auf Sylt und in Kitzbühel. Ich selber arbeite im A-ROSA Resort am Scharmützelsee bei Berlin. Dieses Resort gehört zu den führenden Golfresorts in Europa. Bietet neben dem 5 Sterne Hotel und zahlreichen privaten Appartements auf über 300 ha 4 Golfplätze, ein Tennis Zentrum, einen sehr großen SPA Bereich und eine herausragende Yacht Akademie.

Was sind die Hauptaufgaben in Ihrem aktuellen Job? Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?
Derzeit bin ich für die fachliche und disziplinarische Führung von 56 Mitarbeitern und Auszubildenden sowie von 21 freien Mitarbeitern, Aushilfen und Praktikanten verantwortlich.
In meiner täglichen Arbeit hat daher die Personalführung einen ganz wesentlichen Stellenwert. Darüber hinaus bin ich jedoch auch für die Betreuung unserer Sponsoring- und Kooperationspartner wie zum Beispiel BMW Berlin, Adidas Taylor Made, AUDI Zentrum Berlin, E-PLUS, Vodafone und weiterer namhafter Firmen zuständig.

Ein anderer sehr wichtiger Bereich ist die Zusammenarbeit mit den Präsidenten und den Vorständen der auf der Anlage ansässigen Sportvereine. Dazu gehören 4 Golfvereine und ein Tennis Verein. Des Weiteren führen wir im Sportbereich zahlreiche internationale und nationale Großveranstaltungen durch. So haben wir in den letzten Jahren nicht nur zwei Europameisterschaften und 8 Deutsche Meisterschaften durchgeführt, sondern auch bis zu 240 Sportveranstaltungen im Golf, Tennis und Segeln pro Jahr organisiert, sowohl als geschlossene Veranstaltungen für Mitglieder und Sponsoren als auch als öffentliche Events.

Zusammengeführt werden diese vielfältigen Bereiche in einem verzweigten Rechnungswesen. Hier bin ich für den Sportbereich sowohl für das Ertragsmanagement, die Budgetierung, die Forecast Erstellung und auch die Neu- und Ersatzinvestitionsrechnung zuständig.

Einen typischen Arbeitstag kann ich nur schwer beschreiben denn diesen gibt es eher nicht. Unser Haus ist ganzjährig geöffnet. 7 Tage die Woche, von 7:30 bis 19:00 Uhr. Ich sehe mich dabei gerne als Gastgeber der versucht ganz nah an den Gästen zu sein. Viel geschieht über persönlichen Kontakt und daher ist es wichtig präsent zu sein. Die eigentlichen Büroarbeiten ziehen sich dann leider oft in die Abendstunden. Die Sommermonate werden bestimmt durch die Veranstaltungen und durch die zahlreichen Gäste die uns besuchen. Im Winter gilt es, die Veranstalter für das kommende Jahr zu binden, Turnier zu fixieren und Sponsoren zu finden. Des Weiteren stehen Messen und sonstige Vertriebsthemen auf der Agenda.

Welchen Karriereweg haben Sie eingeschlagen um dorthin zu kommen, wo Sie heute sind?
Nach einer Ausbildung im öffentlichen Dienst und ersten Jahren Berufserfahrung hatte ich mich entschlossen im Sportbereich zu arbeiten. Bis dahin hatte ich bereits ehrenamtliche Tätigkeiten ausgeführt und wollte meine Leidenschaft für den Sport zum Beruf machen. Nach dem ich mein Abitur nachgeholt hatte habe ich mir die Fachhochschule Braunschweig als Studienstandort ausgewählt da hier in kleinen Gruppen ein Diplom Kaufmann angeboten wurde, der stets auch die besondere Problematik des Sportbereiches im Blick hatte. Besonders die Praxisnähe mit tollen Professoren, Dozenten und Projekten hat mir dann sehr gefallen. Neben einem Praktikum in der Fußball Bundesliga sowie bei der Akademie des Deutschen Sports in Köln habe ich ganz gezielt im Golfbusiness gesucht. Dieses Praktikum hat mich darin gefestigt, dass die Golfbranche eine Zukunftsbranche ist. Auch im späteren Verlauf des Studiums habe ich immer Kontakt zu den Verantwortlichen der Anlage gehalten. Dass mir nach meinem Studium ein Jobangebot von der Anlage unterbreitet wurde hat mich dann auch sehr gefreut.

Welche Fähigkeiten sind in Ihrem aktuellen Job gefragt?
Das Aufgabengebiet ist sehr komplex. Wir haben in unseren großen Team einige Spezialisten (Greenkeeper, Trainer, Buchhalter, Verkäufer, IT Leute, Rechtsberater, F&B, Techniker, Veranstaltungskaufleute etc.), so dass es für mich eher wichtig ist, diese Fachleute zu einem großen harmonischem Team zu formen. Dabei nehme ich die Position des Kunden ein und gebe klare, starke Zielvorgaben zum Endprodukt vor. Im Detail bin ich dann eher der Problemlöser der zwischen den einzelnen Bereichen vermittelt. Dazu benötige ich nicht alle Spezialkenntnisse, doch ich muss alle Fachmeinungen einschätzen können. Am Ende repräsentiere ich unser Team und unsere Arbeit gegenüber den Gästen und Partnern. Kommunikation, Teamführung, Entscheidungsfreude, Präsentationsfähigkeiten und Konfliktfähigkeit sind daher sehr gefragt.

Was sind die wichtigsten Eigenschaften, die ein Sportmanager braucht?
Sportmanager sind Multitalente. Sie sollten nicht nur die Sportart „beherrschen“ sondern auch ein breites Fachwissen mitbringen. Dazu sind Fleiß, Zielstrebigkeit und Kreativität notwendig aber auch das „SPIEL“ im Team muss beherrscht werden.

Was war aus Ihrer Sicht die wichtigste Weichenstellung zu Beginn Ihrer Laufbahn?
Ich habe mich jeder Anforderung gestellt. War stets gut vorbereitet und hatte immer auch eine Idee im „Köcher“. Ja und ein wenig Glück hat auch mit geholfen.

Welche Tipps/Ratschläge würden Sie Kandidaten geben, die sich für eine Karriere im Sportmanagement interessieren?
Träumen ist erlaubt! Es ist eine dynamische Branche, die unheimlich viele Möglichkeiten und Facetten bietet. Ich fand es richtig, dass ich nicht meine Lieblingssportart zum Beruf gemacht habe – aber da gibt es sicher auch andere Meinungen. Interessant finde ich vor allem die Nischen. Hier kann der Einsteiger recht schnell Verantwortung erlangen und dann mit den Aufgaben wachsen.

Was spricht für und was gegen einen Job im Sportbusiness?
Sport verbindet. Sport ist äußerst positiv besetzt und Sport macht Spaß. Ich kann mir keinen Grund vorstellen der gegen diese Branche sprechen würde. Der Arbeitsmarkt im Sport ist so Facettenreich, hier findet jeder genau das was er sich vorgestellt hatte. Von der Sportartikelindustrie, über den klassischen Verein bis zum Auslandseinsatz bei den Olympischen Spielen.

Was war das Highlight in Ihrer bisherigen Karriere?
Schwierige Frage. Vielleicht die Auszeichnung zum Besten Golfresort in Europa durch das GolfMagazin 2011. Da hatte ich auf der Bühne ein Prickeln auf der Haut.

Wie stellen Sie sich Ihren weiteren Karriereweg vor?
Die Sportbranche wächst und verändert sich stetig. Hier am Ball zu bleiben ist mir wichtig. Ich versuche ständig über den Tellerrand zu schauen und interessiere mich auch für die Branchen die uns weit voraus sind. Zum Beispiel wie Red Bull seinen Vertrieb in den regionalen Märkten organisiert und dabei sehr zielstrebig vorgeht finde ich spannend. Da können wir noch viel lernen.

Ich möchte mir in den kommenden Jahren eine Selbständigkeit aufbauen und auch die Tätigkeit eines Dozenten an einer Hochschule fände ich spannend.

Vielen DANK für das Interview!

Das Interview mit Jens Läsker wurde bereits im Oktober 2012 geführt.

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