10 Fragen an Naomi Owusu von Tickaroo

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Tickaroo-Gründerteam---DrWas genau dürfen wir uns unter Ihrem Startup vorstellen?
Tickaroo (www.tickaroo.com) ist eine Liveticker-App für lokale Sportereignisse jeder Art. In der Fußball-Bundesliga ist ein professioneller Liveticker für Vereine und Fans seit langem selbstverständlich. Für Fun- und Amateurteams, Betriebssportgruppen oder Nischensportarten gab es jedoch bisher keine professionelle Möglichkeit, Sport-Livedaten möglichst schnell und einfach ohne Vorkenntnisse zu teilen. Mit Tickaroo ist dies jetzt möglich. Dafür stellt Tickaroo basierend auf einer umfassenden Plattform eine iPhone-App, eine Andriod-App und eine Webapp zur Verfügung.

Wie ist die Geschäftsidee entstanden und wie funktioniert Ihr Geschäftsmodell?
Die Idee zu Tickaroo entstand, als ich für einen lokalen Drittligisten in Zusammenarbeit mit einem Verlagshaus eine Fußball-Applikation umsetzen sollte. Dabei stellte ich fest, dass es keine guten Tools zur Liveberichterstattung für untere Ligen gibt. Aus dieser Erkenntnis heraus entwickelte sich schnell eine umfassende Plattformidee: Tickaroo war geboren.
Hobbyreporter können direkt vom Spielfeldrand aktuelle Livedaten eingeben und mit Vereinskollegen, Familienmitgliedern und Freunden teilen. So sind die Daten immer aktuell.
Wir verdienen Geld damit, dass wir unsere Technologie für Verlage zur Verfügung stellen. Darüber hinaus werden wir zu einem späteren Zeitpunkt die Möglichkeit haben, Vereinen regionales und überregionales Sponsoring anbieten zu können. Davon würden wir uns einen kleinen Anteil zur Wartung, Pflege und Weiterentwicklung des Tools vorbehalten.

Wer sind die Gründer, was haben sie vorher gemacht und wie haben sie zueinander gefunden?
Die Gründer sind Dr. Peter Dendl, Andreas Gerauer und Naomi Owusu. Peter war vorher im Aufbau und an der Sanierung einiger Unternehmen beteiligt. Darüber hinaus hält er einige Sportämter inne. Andreas war zuvor CTO bei der Agentur Kupferwerk und hat unter anderem den Aufbau der Sport1 iPhone App, der Kicker iPad App und weiterer großer Sportapplikationen betreut. Naomi war in der Agentur Kupferwerk für den Bereich Business Development verantwortlich und hat zahlreiche Kunden beim Aufbau ihrer mobilen Produktstrategie betreut.
Wir kennen uns seit 7 Jahren und haben bereits viele Kundenprojekte zusammen umgesetzt. Dabei lernt man sich sehr gut kennen. Die Zusammenarbeit macht uns nach wie vor sehr viel Spaß. Peter, Andreas und ich waren so von der Tickaroo-Idee begeistert, dass wir beschlossen das Unternehmen zu gründen und unsere gesamte Aufmerksamkeit und unser Know-How darauf zu konzentrieren.

Was waren die größten Hürden auf dem Weg zur Gründung?
Wir haben alle sehr unterschiedliche Talente. Daher ergänzen wir uns gegenseitig sehr gut. Es gibt natürlich immer Herausforderungen und Probleme. Dann setzen wir uns zusammen und finden immer eine Lösung, die für alle plausibel erscheint.

Wie finanzieren Sie Ihr Startup?
Derzeit arbeiten wir mit Verlagskunden, die für unsere Technologie bezahlen. Damit tragen wir unsere Kosten ohne Verluste. Wir haben die erste Zeit mit unserem Stammkapital gearbeitet und Peter sorgt als Investor dafür, dass wir Engpässe gut überstehen.

Wer sind Ihre Mitbewerber und wie grenzen Sie sich von ihnen ab?
Es gibt bereits zahlreiche Liveticker-Apps, Fußball Portale und Sport-Portale, allein auf dem Deutschen Markt. Meine Liste würde jetzt sehr lang werden.
Wir setzen sehr stark auf unsere Technologie und sehen daher alle Mitbewerber eher als Kooperationspartner, die wir mit unserer Technologie unterstützen können. Unser Schwerpunkt liegt auf der Performance der Dienste und auf der Usability der Anwendungen.
Wir arbeiten ständig an der Erweiterung der Live-Daten-Plattform

Wie wollen Sie Ihr Startup bekannt machen?
Dazu benötigen wir einen starken strategischen Partner, den wir einerseits mit unseren Technologien unterstützen können und der uns andererseits dabei hilft Tickaroo weiter bekannt zu machen.

Wo stehen Sie mit Ihrem Startup in einem Jahr?
Mittlerweile ist es für jede große Marke ein „Must-Have“, auf Facebook und Twitter präsent zu sein. Mit Tickaroo möchten wir diese Rolle im Bereich der Liveticker-Tools einnehmen. Nach dem Beta-Launch der ersten Version von Tickaroo wird die Plattform schrittweise um neue Funktionen und Geschäftsmodelle, wie zum Beispiel Club-Premiumaccounts mit Mehrwertdiensten oder der Möglichkeit für Vereine, Geld über die Plattform zu verdienen, erweitert. Ab Ende 2013 wird Tickaroo auch weltweit vertreten sein.

Welche Tipps/Ratschläge würden Sie Gründern mit auf den Weg geben?
Wenn man sich dafür entscheidet zu gründen, sollte man sich bewusst sein, dass man jeden Tag vor neue Herausforderungen gestellt wird. Das steht in keinem Lehrbuch. Man sollte aufmerksam sein, den Markt beobachten, seine Kunden und Zielgruppen im Auge haben. Darüber hinaus sollte man flexibel genug sein, neue Chancen wahrzunehmen und Geschäftsmodelle gegebenenfalls zu modifizieren.
Ich persönlich finde es sehr wichtig, dass man bei der Team-Auswahl darauf achtet, dass alle gut zusammenarbeiten können und Spaß daran haben, die Gründungsidee voranzutreiben.

Was spricht für und was gegen eine Gründung im Sportbusiness?
Ich glaube, dass man gerade im Sportbusiness ein langes Durchhaltevermögen benötigt, da viele Ränge bereits dauerbelegt sind und sich neue Geschäftsmodelle nur sehr schwer durchsetzen.

Darüber hinaus denke ich aber, dass gerade auf dem deutschen Mark einige Nischen noch nicht besetzt sind und man Sportfans noch mehr Services bieten kann. International ist gerade im Bereich Sportmarketing viel Potential noch nicht ausgeschöpft, wenn man die aktuellen Möglichkeiten der Vernetzung zwischen Sportfans, Clubs, Sponsoren und Athleten berücksichtigt.

Vielen Dank für das Interview!

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