10 Fragen an Martin Strobel von Sport-Thieme

Veröffentlicht am von

Sportmanager Martin Strobel bei seinem Sportjob bei Sport-ThiemeStellen Sie sich, Ihren aktuellen Job und Ihr Unternehmen/Ihre Institution vor.
Ich bin seit einigen Jahren bei der Firma Sport-Thieme aus Niedersachsen beschäftigt. Das Unternehmen vertreibt im Kern Sportgeräte an institutionelle Kunden wie Schulen, Vereine, Therapieeinrichtungen oder kommerzielle Sportanbieter. Wir sind ein typischer Versandhändler mit den Hauptvertriebswegen Katalog und Online-Shop (www.sport-thieme.de). Das Sortiment umfasst etwa 17.000 verschiedene Artikel. Neben traditionellen Sportgeräten finden sich bspw. auch Therapie- und Psychomotorikartikel im Produktsortiment. Seit über 60 Jahren entwickelt und fertigt Sport-Thieme Sportgeräte in Deutschland und exportiert diese weltweit. In elf europäischen Ländern ist das Unternehmen mit Vertriebskanälen aktiv. Mit ihren mehr als 240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zählt die Sport-Thieme GmbH zu den Marktführern der Branche.

Was sind die Hauptaufgaben in Ihrem aktuellen Job? Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?
Ich bin im Unternehmen für das internationale Marketing verantwortlich. Wie bereits gesagt, sind wir in einigen Ländern mit eigenen Vertriebskanälen aktiv. Exemplarisch seien Österreich, Schweiz, Niederlande und Belgien genannt. Meine Aufgabe ist es, die jeweiligen Marketing-Maßnahmen zu planen und zu steuern, um schlussendlich die Unternehmensziele in den jeweiligen Ländern zu erreichen. Das umfasst neben vielen anderen Tätigkeiten bspw. die Steuerung der Katalogerstellung, die Beobachtung der Märkte oder einfache PR-Arbeit. Daneben arbeite ich auch an längerfristigen Projekten, die sich in der Unternehmensorganisation wiederfinden.

Welchen Karriereweg haben Sie eingeschlagen um dorthin zu kommen, wo Sie heute sind?
Mein Lebenslauf ist alles andere als geradlinig, was aber rückblickend betrachtet kein Nachteil ist. Zum Beispiel habe ich mich erst nach ein paar Semestern „reinem“ BWL-Studium für einen Wechsel zum Sportmanagement entschieden, da ich dort die Chance gesehen habe, Interessen und Beruf zu kombinieren. Ich denke auch, dass mich verschiedene Praktika während des Studiums auf den Karriereweg gebracht haben. Dabei war es gut zu beobachten, wie eine Stelle jeweils die Grundlage für den Einstieg in die nächste war. Mein abschließendes Praxissemester habe ich bereits bei meinem jetzigen Arbeitgeber absolviert. Nach einer weiteren Station für die Dipl.arbeit bin ich dann zu Sport-Thieme zurückgekehrt, wo ich seit Mitte 2009 tätig bin.

Welche Fähigkeiten sind in Ihrem aktuellen Job gefragt?
Ich denke, dass vor allen Dingen eine gute Arbeitsorganisation, die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen, Lernwille, Einsatzbereitschaft sowie Teamfähigkeit die Schlüsselfaktoren darstellen.

Was sind die wichtigsten Eigenschaften, die ein Sportmanager braucht?
Ich denke, dass Authentizität eine wichtige Eigenschaft ist. Außerdem sollte man sich frohen Mutes Herausforderungen stellen, stets Neugierig bleiben und niemals seine Begeisterung verlieren. Naja und natürlich die in der Frage zuvor genannten Dinge ;)

Was war aus Ihrer Sicht die wichtigste Weichenstellung zu Beginn Ihrer Laufbahn?
Eigentlich war es das BWL-Studium, welches ich nur ein paar Semester gemacht habe. Richtig reflektiert, hat einem diese „negative“ Erfahrung extrem geholfen an das anstehende Sportmanagement-Studium und alle folgenden Herausforderungen mit dem richtigen Enthusiasmus und einer gesunden Hartnäckigkeit heranzugehen.

Welche Tipps/Ratschläge würden Sie Kandidaten geben, die sich für eine Karriere im Sportmanagement interessieren?
Ich glaube, dass man sich vor dem Sportmanagement-Studium bewusst machen sollte, in welchem breiten Arbeitsgebiet SportmanagerInnen eingesetzt werden. Die meisten haben bei Sportmanagern bestimmt zuerst Uli Hoeneß, Max Eberl oder Klaus Allofs im Kopf. Aber das Arbeitsfeld Profisport ist nur ein kleiner Teil. Egal ob Sportartikelindustrie, Sporttourismus, Arbeit in Vereinen und Verbänden, Eventmanagement, usw. Das Arbeitsfeld ist sehr umfangreich und man sollte sich bewusst machen wo die eigenen Interessen liegen, auch abseits der Scheinwerfer. Die Ausbildung zum Sportmanager wird mittlerweile sehr flächendeckend angeboten und jedes Jahr verlassen viele gut ausgebildete Leute die Unis und Fachhochschulen.

Ich denke, dass man durch ein gutes Netzwerk viele Möglichkeiten hat, einen Jobeinstieg zu finden. Hier kommt es auf die Eigeninitiative während der Ausbildung an, ein solches Netzwerk aufzubauen und es zu pflegen.

Was spricht für und was gegen einen Job im Sportbusiness?
Wie schon gesagt, gibt es jede Menge Bereiche im Sportbusiness, die mit Sicherheit alle Ihre Vor- und Nachteile haben. Daher möchte ich das an dieser Stelle gar nicht zu sehr pauschalisieren. Sagen wir mal so, es ist wahrscheinlicher als in anderen Sparten ein lebendiges, begeisterungsfähiges und positives Umfeld vorzufinden. Teamarbeit und –atmosphäre ist unter „Sportlern“ mit Sicherheit auch sehr oft anzutreffen.

Was war das Highlight in Ihrer bisherigen Karriere?
Super Frage, da gibt es mit Sicherheit viele. Rückblickend vielleicht die Zeit in Australien, da sie damals einen großen Schritt bedeutete und persönlich sehr lehrreich war.

Wie stellen Sie sich Ihren weiteren Karriereweg vor?
Ganz ehrlich, ich plane nicht 10 oder 20 Jahre voraus. Natürlich möchte man beruflich voran kommen und auch Perspektiven sehen, ohne dabei aber den Blick für das wirklich Wesentliche zu verlieren.

Vielen DANK für das Interview!

nach oben