Sportlervermarktung am Beispiel von Sprinter Sven Knipphals

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Vorstellung der Akteure TalentEntdecker und Sven Knipphals

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Der Wolfsburger Sprinter Sven Knipphals ist ein sympathischer junger Sportler, der Lust hat zu trainieren, sich mit anderen zu messen und – wenn möglich – der schnellste Sprinter zu sein. Das Problem an diesem Ziel liegt allerdings darin, dass Sven Knipphals kein Sportsoldat oder –polizist werden wollte und treu seinem Verein VfL Wolfsburg gegenüber steht. Das bedeutet aus finanzieller Sicht, dass er nebenbei arbeiten muss. Das macht der DLV-Athlet seit Sommer 2013 als Chiropractor und musste dafür nach Leipzig ziehen. Wer Sven Knipphals ist, was seine Agentur TalentEntdecker macht, um ihn zu unterstützen, und was es für Möglichkeiten gibt, den Sport zu finanzieren zeigt euch Ingo Bartels in diesem Beitrag.

Wer ist TalentEntdecker?

Als Agentur für Sportmarketing bietet TalentEntdecker umfassendes Know-how bei allen Kommunikations- und Marketingmaßnahmen im Sport. Der Schwerpunkt ist die Sportlervermarktung bei der sämtliche Leistungen eines Marketingberaters übernommen werden, um die sportliche Karriere zu beflügeln. Die Talente profitieren dabei vom ganzheitlichen Kommunikationsansatz, der bei der Markenbildung beginnt und durch Kommunikation mit Presse und Social Media abgerundet wird. Bei der Sponsorensuche wird auf konzeptionelle Ansätze und langfristige Partnerschaft mit allen Beteiligten gesetzt.
Derzeit vermarktet die Agentur mit Sitz in Wolfsburg den DLV-Leichtathleten Sven Knipphals (VfL Wolfsburg) und Bianca Osterer (Rollstuhltennis, SV Alemannia Kamp). Inhaber Ingo Bartels ist studierter Sportmanager (Dipl.-Kfm. FH) und Social Media Manager (FH). Er arbeitete lange Zeit in der Sportartikelindustrie, u.a. für Nike, adidas und Pelé Sports.

Wer ist Sven Knipphals?

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Foto: Danny Schott

Sven Knipphals wurde 1985 in Hannover geboren und zog mit zwei Jahren nach Wolfsburg um. Im Alter von sieben Jahren begann er mit der Leichtathletik. Richtig los mit der Karriere ging es allerdings erst mit 16 Jahren als ihn sein jetziger Trainer Werner Morawietz anfing zu trainieren. Im Jahr 2009 stand Sven Knipphals bereits im Finale der Deutschen Meisterschaft und lief Niedersachenrekord (10,34 Sekunden auf 100 Metern). 2012 war er als Ersatzmann mit der Staffel bei den Olympischen Spielen in London. Letztes Jahr folgte seine bisher erfolgreichste Saison mit persönlicher Bestzeit 10,20 Sekunden (100m), Deutscher Vizemeister (200m), Vize-Team-Europameister und Vierter bei der Weltmeisterschaft mit der 4x100m Sprintstaffel. Auch 2014 konnte er sportliche Akzente setzen und wurde Team-Europameister sowie Vize-Europameister mit der 4x100m Sprintstaffel. Zudem verbesserte er sich über 200m auf 20,48 Sekunden. Für die Saison 2014/2015 wurde er in den A-Kader über 200m nominiert und gehört zu den Topathleten, die vom DLV gefördert werden. Beruflich praktiziert er als Chiropractor in Leipzig in der Praxis von Timo Kaschel.

Leistungen von TalentEntdecker im Sportmarketing

Der Ansatz der Agentur ist eigentlich ganz simpel: Behandle einen (Spitzen-) Sportler wie ein Unternehmen und mache ihn zu einer (aussagekräftigen) Marke.

Definition Sportmarketing

„Sportmarketing ist die spezifische Anwendung der Marketing-Prinzipien und -Prozesse auf Sportprodukte und Sportdienstleistungen im Sinne der marktorientierten Unternehmensführung. Sportmarketing umfasst dabei sowohl die Vermarktung von Sportprodukten durch Sportorganisationen („Marketing von Sport“) als auch das Marketing von sportnahen und sportfernen Produkten und Dienstleistungen durch Unternehmen mittels der Verwendung des Sports („Marketing mit Sport“).“
Gerd, Nufer, André Bühler: Sportmarketing: Einführung und Perspektive

Herangehensweise im Sportmarketing

Wie der Definition zu entnehmen, kümmert sich TalentEntdecker um „Marketing von Sport“ bzw. „Marketing von Sportlern“. Zu Beginn der Zusammenarbeit Anfang 2014 gab es eine Ist-Analyse, um festzustellen wer Sven Knipphals ist. Wo liegen seine Stärken, wo seine Schwächen (SWOT-Analyse)? Danach ging es an die Markenpyramide, die zeigen sollte, was Sven Knipphals bieten kann, welche Werte er verfolgt und an welche Vision er glaubt. Daraus ergab sich eine Markenwelt, in der sich der Sprinter bewegt, mit abschließender Entwicklung der Bild- (Logo) und Wortmarke (Claim). Der Claim „Der schnellste Wolf“ wurde bewusst gewählt, weil es zum einen Sven Knipphals optimal beschreibt als stolzes VfL Wolfsburg Mitglied und zum anderen den Druck nimmt, sportlich ganz oben mitzulaufen. Derzeit zählt Sven zu den drei schnellsten Sprintern, wobei Julian Reus und Lucas Jacubczyk knapp 2/10 schneller sind. Im passenden Corporate Design ging es dann an die Website und die Social Media Kanäle. Parallel erfolgte die Erstellung der Sponsorenpräsentation.

Finanzierungsprobleme in der Leichtathletik

Soweit klingt das Sportmarketing sehr simpel. Ab dem Zeitpunkt der Fertigstellung der Marke Sven Knipphals und der Weiterführung einer kontinuierlichen Berichterstattung in den sozialen Netzwerken und der Presse, geht es in den direkten Kontakt mit Firmen, um Sponsoren zu gewinnen. Ab hier beginnt es problematisch zu werden, denn die Leichtathletik ist nicht leicht zu vermarkten und steht im Schatten der großen Sportarten wie Fußball oder der Formel1. Neben einigen bekannten Athleten, wie Robert Harting, drängen sich die Leichtathleten nicht in der Öffentlichkeit auf. Teils auch geschuldet, weil seitens des deutschen Leichtathletikverbands (DLV) nicht die mediale Aufmerksamkeit geschaffen wurde (außer bei Großevents wie dem ISTAF in Berlin). Die Leistung der Athleten ist teilweise grandios, dennoch liest man in (großen) Tageszeitungen und Boulevardblättern eher über irgendeinen Fußballprofi, dass er sich im Training verletzt hat, wie zuletzt bei Philipp Lahm, anstatt über die Erfolge der Leichtathleten zu berichten.

Staatliche Unterstützung in der Leichtathletik zu gering

Das große Problem in der Leichtathletik ist, dass man vom Sportler zu viel erwartet. Der Sportler soll seine berufliche Laufbahn vorbereiten, Spitzenleistungen im Sport erbringen und sich selbst um die Finanzierung kümmern, da kaum Agenturen diese Aufgabe übernehmen. Vom Staat fließt bis heute kein direktes Geld an die Athleten. Eine Hoffnung bietet jetzt die Deutsche Sportlotterie, die neue Gelder generieren könnte, um die Grundsicherung des Sportlers sicherzustellen. TalentEntdecker entwickelt daher in enger Abstimmung mit Sven Knipphals Ideen, um seine Sportausübung zu ermöglichen, und ist bereit neue Wege zu gehen.

Sponsoring vs. Crowdfunding

Die Frage kommt immer wieder auf. Warum macht Sven Knipphals auch Crowdfunding wenn er schon Sponsoren hat? Eine berechtigte Frage, die allerdings sehr leicht zu beantworten ist. Derzeit erhält der Sprinter finanzielle Unterstützung von seinem Heimatverein VfL Wolfsburg e.V., den Verbandssponsoren LOTTO Niedersachsen und Deutsche Sporthilfe sowie von eventkeeper.de.

Sponsoring in der Leichtathletik

Die Sponsoringleistungen von Sven Knipphals variieren je nach Paket und Interesse des Partners. Dennoch lassen sich vielfältige Maßnahmen umsetzen, wie z.B.:

– Logopräsenz offline (Kleidung, Autogrammkarte, Fahrzeug)
– Logoplatzierung online (Website, Fahrzeug, Fotos, Videos und Social Media)
– Einbindung in Kommunikationsmaßnahmen (Pressemitteilung, Social Media)
– Meet & Greet mit Sven Knipphals

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Insbesondere die Social Media Kanäle sind ein interessanter Mehrwert für den Partner. Auf der Facebook-Fanseite erreicht der Wolfsburger immerhin 2.500 Fans und bei Beiträgen auch einmal eine sechsstellige Leserschaft. So geschehen im Dezember 2013 als er vom Aus seines Ausstatters Nike sprach und mitteilte, er wäre im Amateursport angekommen. Eine große Entrüstung machte sich breit und Unverständnis machte die Runde. Den großen Sympathiewerten von Sven Knipphals hat es nicht geschadet, allerdings blieben die zahlreichen Anfragen zur finanziellen Unterstützung aus.

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Einzig das Online Eventplanungstool eventkeeper.de bot seine Hilfe an und ist seitdem Partner von Sven Knipphals mit Logopräsenz auf der Kleidung, Logo auf der Website, Banner auf der Crowdfunding Seite, Logoabbildung auf der Facebook-Fanseite, Werbebanner im Leistungszentrum des VfL Wolfsburg sowie Autoaufkleber. TalentEntdecker steuert zudem die Kommunikation der Partnerschaft mit Fokus auf den Social Media Kanälen und PR. „Wir waren schon länger in Überlegungen vertieft, wie wir eine effizientere Streuung der Bekanntheit von eventkeeper.de erreichen können. Zu dem Zeitpunkt ist uns dann Svens Geschichte auf Facebook aufgefallen. Für uns zeichnete sich ein neuer Gedankengang ab, unserem Ziel näher zu kommen: der Einstieg ins Sponsoring. Neben dem Werbeeffekt, den wir mit diesem Engagement erreichen wollen, wird so außerdem noch jemand gefördert, der es wirklich brauchen kann. Sven ist bei seinem Sport von ähnlichem Idealismus geprägt wie eventkeeper.de. Daher ist diese Partnerschaft eine logische Konsequenz, um für beide Seiten einen Mehrwert zu schaffen.“ sagt Firmeninhaber Sven Gabel.
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Nicht alle angesprochenen Unternehmer sehen in Sven Knipphals den idealen Werbepartner und unterstützen lieber weiterhin als kleiner Sponsor den nächstgelegenen Bundesligaverein obwohl das Preis-/Leistungsverhältnis attraktiver ist, gerade für regionale Unternehmen, die sich keine TV-Werbeflächen leisten können. Im Laufe des Jahres konnten dennoch zwei Produktsponsoren mit Entorch (Kompressionskleidung) und Sponser Sport Food (Nahrungsergänzungsmittel) gewonnen werden. Auch wenn hier kein direktes Geld fließt, kann Sven Knipphals so Kosten sparen, da er die Produkte kostenlos bzw. vergünstigt erhält. Dennoch fehlen zur weiteren Professionalisierung zwei Sponsoringpartner, um notwendige Trainingslager zu finanzieren.

Was ist Crowdfunding?

Mit Crowdfunding lassen sich Projekte, Produkte, Start-Ups und vieles mehr finanzieren. Durch die Erreichung einer großen Zahl an Menschen – crowd – lassen sich Projekte und Sportkarrieren finanzieren – funding. Somit kann jeder mit einem kleinen Beitrag etwas Großes leisten. Klassischerweise werden Crowdfunding-Projekte über das Internet organisiert. Bei den bekannten Crowdfunding-Plattformen muss man eine Mindestsumme mit Laufzeit definieren. Erreicht man diese Summe nicht, wird das Geld nicht an den Sportler ausbezahlt. Bei Sven Knipphals hätte es keinen Sinn gemacht sich auf einer Plattform zu registrieren, weil jeder Betrag hilft, seinen Anspruch an den Profisport zu realisieren. Zudem gibt es kein konkretes Projekt und nur alle vier Jahre eine Olympiade.

Nutzung Crowdfunding am Beispiel von Sven Knipphals

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Seit dem großen Facebook-Aufreger gab es bereits Kommentare von Nutzern, dass Sie für ihn spenden würden. Ende Februar 2014 interviewte ihn auch die Crowdfunding-Plattform fairplaid zu diesem Thema. Dennoch stand das Thema nicht konkret an, weil im ersten Schritt über Sponsoring die finanzielle Unterstützung kommen sollte. Nach fast 10 Monaten Zusammenarbeit folgte dann die eigene Crowdfunding Website, um die fehlenden Sponsoringleistungen auszugleichen. Bei der Auswahl der Leistungen hat sich Sven Knipphals auf seinen Sport konzentriert und neben Produkten (Autogrammkarte, T-Shirt mit Logoaufdruck) für die Weitergabe seines Know-hows entschieden. So kann der sprintinteressierte Fan in einem Skype Telefonat wichtige Tipps zum richtigen Sprinttraining erfahren oder auch mit Sven Knipphals persönlich trainieren. Beim größten Betrag von 480,00€ bietet der Sprinter ein persönliches Treffen an. Geeignet für Firmen, die sich mit ihm, z.B. auf einer Fachtagung unterhalten oder ihn zur Weihnachtsfeier mit Interviewcharakter einladen möchten.

Alle Angebote der Crowdfunding Aktion gibt es auf der Website:
www.sven-knipphals-crowdfunding.de

Social Media Kanäle Sven Knipphals:

Wer mehr über Sven Knipphals erfahren möchte, findet ihn online unter:
www.sven-knipphals.de
www.facebook.com/sprint.svenknipphals
www.twitter.com/SvenKnipphals
plus.google.com/+SvenKnipphals_Sprint

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Foto: Danny Schott

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