10 Fragen an Ralf Leister von fussballwirtschaft.de

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WAS GENAU DÜRFEN WIR UNS UNTER IHREM STARTUP VORSTELLEN?

Erstmal vielen Dank für die Möglichkeit, dieses Interview zu führen.

Ich betreibe mit www.fussballwirtschaft.de nebenberuflich den größten Sportbusiness Blog in Deutschland. Einmal pro Woche schreibe ich über zum Teil exklusive Hintergrundberichte im Sportbusiness mit dem Fokus auf Fußball.

Außerdem bin ich nebenberuflich als Moderator, Speaker und Berater unter der Marke www.ralfleister.com tätig.

Hauptberuflich arbeite ich in der Strategieabteilung der Otto Group in Hamburg.

WIE IST DIE GESCHÄFTSIDEE ENTSTANDEN UND WIE FUNKTIONIERT IHR GESCHÄFTSMODELL?

Die Idee des Blogs hatte ich schon vor Jahren. Als interessierter Sport-Fan habe ich Hintergrundberichte im Internet vermisst. Nachdem ich viele Bücher gelesen, erste wissenschaftliche Veröffentlichungen publiziert und Gespräche geführt habe, bin ich 2016 einfach angefangen. Dabei handelt es sich jedoch weniger um ein Geschäftsmodell. Lediglich von Zeit zu Zeit veröffentliche ich Posts mit Partnern, die mich für den Verweis auf ihre eigenen Inhalte bezahlen. Dabei ist es mir jedoch wichtig, dass das für die Leser unbemerkt geschieht.

Bei meiner Tätigkeit als Moderator, Speaker und Berater sieht das schon anders aus. Das dahinterliegende Geschäftsmodell ist offensichtlich. Ich werde pro Auftritt bezahlt. Der Umfang hängt davon immer von der Vorbereitungs- und Bühnenzeit sowie dem Veranstalter selbst und dem Publikum ab. Bei der Beratung ist es stark unterschiedlich. Typischerweise unterstütze ich im Rahmen von Workshops oder einzelnen Analysen in Bezug auf Strategie oder Innovationen. Auch hierbei rechne ich ein Honorar ab.

WER SIND DIE GRÜNDER?

Ich betreibe sowohl FussballWirtschaft als auch meine weiteren Tätigkeiten alleine.

WAS WAREN DIE GRÖßTEN HÜRDEN AUF DEM WEG ZUR GRÜNDUNG?

Der erste Schritt. Ich habe mir viel zu lange Gedanken gemacht und gezögert, bevor ich angefangen habe. Mir ist dabei immer eine Vielzahl an Gründen eingefallen, warum ich den ersten Schritt nicht gehen sollte. Gerade bei der Etablierung des Blogs bin ich zu Anfang auf viele technische Hürden gestoßen, die mich als Betriebswirt abgeschreckt haben. Es hat sich aber gelohnt, sich da durchzukämpfen.

WIE FINANZIEREN SIE IHR STARTUP?

Neben einer geringen Anfangsinvestition in die Infrastruktur des Blogs sind meine Tätigkeiten von Beginn an profitabel.

WER SIND IHRE MITBEWERBER UND WIE GRENZEN SIE SICH VON IHNEN AB?

Es gibt im Internet mittlerweile zahlreiche Angebote für Hintergrundberichte im Sportbusiness. Das sind Blogs, YouTube-Kanäle oder auch Podcasts. Ich habe im Laufe der Zeit meine Person als Marke stärker ins Zentrum gerückt und versuche mit Authentizität zu punkten. Das funktioniert sowohl über visuelle Inhalte, als auch über einen persönlichen Schreibstil.

Bei meinen weiteren Nebentätigkeiten profitiere ich vor allem dadurch, dass ich mich in der Kommunikation mit zahlreichen Stakeholdern und auch auf der Bühne sehr wohl fühle. Das merkt sowohl das Publikum, als auch der Auftraggeber selbst. Dadurch schaffe ich eine angenehme Atmosphäre für alle Beteiligten. Das ist zwar nicht leicht, aber jedes Mal der Anspruch an mich selbst.

WIE WOLLEN SIE IHR STARTUP BEKANNT MACHEN?

Ich nutze vor allem die sozialen Netzwerke. Allen voran LinkedIn und XING, aber auch Instagram, Twitter, Facebook und YouTube. Außerdem verschicke ich wöchentlich einen eigenen Newsletter.

Dabei dürfen wir aber auch den persönlichen Kontakt nicht vernachlässigen. Gerade meine Aufträge als Moderator, Speaker und Berater bekomme ich über das eigene Netzwerk. Das kann man zwar virtuell aufbauen, aber wirklich effektiv ist Networking vor allem persönlich.
Ich bin dabei überhaupt kein Fan von Netzwerken, um zu Netzwerken. Wenn sich ein gutes Gespräch ergibt, sind das die besten Voraussetzungen für einen erfolgversprechenden Kontakt.

WO STEHEN SIE MIT IHREM STARTUP IN EINEM JAHR?

Natürlich würde ich mich über noch mehr Aufträge jederzeit freuen. Da ich mit dem Blog vor allem aus dem Sportbusiness komme, fällt es mir zum Teil schwer, als Moderator, Speaker und Berater in andere Bereiche vorzustoßen. Und das, obwohl ich als BWLer und InhouseStrategie-Berater eigentlich sehr breit aufgestellt bin. Hier wünsche ich mir im nächsten Jahr noch den ein oder anderen Auftrag mehr.

WELCHE TIPPS/RATSCHLÄGE WÜRDEN SIE GRÜNDERN MIT AUF DEN WEG GEBEN?

Mein Motto ist: „Done is better than perfect”. Häufig sagen mir Bekannte und Kollegen, welche Optimierungspotenziale ich beispielsweise bei meinem Blog noch habe. Darüber freue ich mich immer sehr. Hätte ich von Anfang an einen perfekten Blog haben wollen, wäre noch kein einziger Beitrag veröffentlicht.

WAS SPRICHT FÜR UND WAS GEGEN EINE GRÜNDUNG IM SPORTBUSINESS?

Im Wesentlichen könnte ich jetzt die klassischen Vor- und Nachteile einer Gründung aufzählen. Es ist risikoreich, man arbeitet nicht gerade wenig, dafür ist man selbstbestimmt und hat großes Potenzial.

Im Sportbusiness kommt allerdings noch hinzu, dass der Markt insgesamt gar nicht so groß ist. Auf den großen Branchen-Veranstaltungen scheint es, als würde das Sportbusiness nach den Sternen greifen. Unterhalte ich mich dann jedoch mit Menschen aus anderen Wirtschaftsbereichen, wird mir häufig klar, wie klein und teilweise unbedeutend das Sportbusiness ist – zumindest für einen Teil der Bevölkerung. Das Sportbusiness ist dabei wie eine große Familie. Hier kannst Du Freunde fürs Leben finden. Wenn Du allerdings im Sportbusiness nicht gut vernetzt bist, fällt die Gründung definitiv schwer.

VIELEN DANK FÜR IHRE UNTERSTÜTZUNG!

Sehr gerne und ebenfalls vielen Dank. Solltest Du, lieber Leser, Fragen haben, schreibe mir gerne eine Mail an: mail@ralfleister.com

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