10 Fragen an Arndt-Philipp Ohms und Matthias Schneider

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Foto vom Sportmanager Arndt-Philipp OhmsStellen Sie sich und Ihr aktuelles Projekt bitte kurz vor.
Ohms: Mein Name ist Arndt-Philipp Ohms. Ich bin 24 Jahre alt und gebürtiger Ostwestfale. Seit 2010 studiere ich in Salzgitter, zunächst Sportmanagement im Bachelor und derzeit den Masterstudiengang Führung in Dienstleistungsunternehmen. Parallel habe ich immer wieder auch praktische Erfahrungen im Sportbusiness sammeln können, etwa bei Holstein Kiel oder in einem Projekt mit dem Deutschen Boxsport Verband.

Foto vom Sportmanager Schneider, MatthiasSchneider: Ich bin Matthias Schneider, 24 Jahre alt und stamme aus Niedersachsen. Im Jahr 2010 begann ich zusammen mit Arndt-Philipp Ohms, Sportmanagement in Salzgitter zu studieren. Auch mir war es wichtig, den Blick nicht ausschließlich auf das Studium zu richten, sondern nebenher praktische Erfahrungen zu sammeln. Zuletzt war ich in den Presseabteilungen von Hannover 96 und Hertha BSC tätig. Zusammen haben wir beide an einem Fachbuch zum Thema Sportvermarktung gearbeitet. Darin wird der Fokus besonders auf das Sponsoring sowie die Social Media Kommunikation im Sport gelegt. Vor wenigen Tagen wurde das Buch als Paperback und E-Book veröffentlicht – ein klasse Gefühl.

 

 

 

Wie sah ein typischer Arbeitstag während der Fertigstellung des Buches aus?
Ohms: Einen typischen Arbeitstag gab es nicht, wir sind beide keine hauptberuflichen Autoren: Ich studiere, Matthias hatte bei Hertha BSC eine Menge zu tun. Es war nicht immer einfach, das zeitlich unter einen Hut zu bekommen – deshalb hat häufig jeder für sich an seinem Teil gearbeitet. Trotzdem war natürlich viel Kommunikation untereinander notwendig. Also haben wir uns häufiger besucht und nicht selten bis in die Nacht an dem Manuskript gefeilt.

Schneider: Das ist richtig. Speziell die persönlichen Treffen waren stets sehr produktiv, auch wenn der Spaß an der ganzen Sache nie auf der Strecke bleiben durfte. Schließlich hatten wir uns dazu entschlossen, das gesamte Projekt eigenständig und ohne größere Hilfe auf die Beine zu stellen.

Worum geht es in dem Buch inhaltlich und an wen ist es gerichtet?
Ohms: Im Wesentlichen geht es darum, wie Sportvereine aus ihrer Bekanntheit einen wirtschaftlichen Nutzen ziehen können. Vor diesem Hintergrund habe ich das Themenfeld Sponsoring wissenschaftlich aufbereitet. Hervorheben möchte ich die Unterscheidung zwischen regionalem und überregionalem Sportsponsoring, die ausführlich beschrieben wird. Ansonsten geht es viel um verschiedene Ausprägungsformen des Sportsponsorings. Ein Kapitel beschäftigt sich zum Beispiel damit, welche Risiken die Vergabe von Naming Rights in Bezug auf die Außendarstellung der Vereine mit sich bringt und wie man ihnen entgegenwirken kann. Ein anderes behandelt die Wertermittlung von Werbeträgern wie beispielsweise Werbebanden. Das Buch spricht damit primär Verantwortliche in Sportvereinen an. Aber auch für Studenten und Berufstätige, die sich mit der Außendarstellung von Unternehmen und Sportvereinen beschäftigen, bietet es tief gehende Einblicke.

Das Buch behandelt auch soziale Medien. Worauf haben Sie dabei den Fokus gelegt?
Schneider: In meinem Teil wird ein stärkerer Bezug zu den Werbemöglichkeiten in den neuen Medien hergestellt. Konkret ist dies am Beispiel der Klubs aus der Fußball-Bundesliga beschrieben, dennoch lässt es sich auch auf andere Bereiche übertragen. Es geht darum, ob es sinnvoll ist, Werbemaßnahmen in die Social Media Kommunikation der Klubs aufzunehmen oder nicht. Anfangs werden die relevanten Grundlagen von Social Media aufgezeigt, z.B. dessen Charakteristikum, die Verbreitung sowie das Nutzungsverhalten und das Social Media Marketing. In der Folge wird dies mit den Kommunikationsmöglichkeiten in der Bundesliga verknüpft. Dann wird vor allem die Frage beantwortet, ob es möglich ist, verschiedene Werbemaßnahmen in die reguläre Kommunikation der Klubs einzubinden. Zu diesem Zweck werden verschiedene Werbeformen vorgestellt sowie die Chancen und Risiken anhand von Praxisbeispielen erörtert. Abschließend erfolgt eine zusammenfassende Betrachtung der gesamten Thematik.

Zu beiden Themengebieten gibt es zahlreiche Veröffentlichungen. Was spricht für Ihr Buch?
Ohms: Unsere Praxisbeispiele und die zugehörigen Zahlen sind brandaktuell. Zusätzlich entwickelt sich auch die theoretische Forschung stetig weiter. Einige unserer Ansätze lassen sich daher sicher als innovativ bezeichnen. Beim Themenfeld Sponsoring kommt die Tatsache hinzu, dass es nach geographischen Gesichtspunkten differenziert werden kann. Schließlich gibt es weitreichende Unterschiede: Regional kann schließlich eine ganz andere Zielgruppe erreicht und so eine ganz andere Zielsetzung verfolgt werden, als mit einem überregionalen oder gar globalen Engagement. Doch bisher ist diese Differenzierung in der Fachliteratur nicht groß in Erscheinung getreten.

Schneider: Auch die Literatur rund um das Themengebiet Social Media ist reichhaltig. Allerdings geht es im Buch weniger um häufig beschriebene Themen wie ‚E-Commerce‘ oder die Gestaltung von Werbeanzeigen, sondern vielmehr um indirekte Werbung. Dies bedeutet die Einbindung von Sponsoren in Posts oder etwa das ‚Presenting‘ von Videos. In diesem Themenbereich werden viele Praxisbeispiele gegeben und auf eine konkrete Umsetzung hin überprüft. Das ist in der Literatur bisher äußerst selten zu finden. Zudem wurden Experteninterviews mit vier absoluten Fachleuten geführt, welche interessante und sehr praxisnahe Einblicke in die Kommunikation von Klubs in der Fußball-Bundesliga geben.

Sie haben das Buch gemeinsam verfasst. Woher kennen Sie sich eigentlich?
Schneider: Wir haben uns im Sportmanagement-Studium in Salzgitter kennengelernt und auf Anhieb gut verstanden. So ergab es sich, dass wir in zahlreichen Projekten in und neben der Hochschule gemeinsam gearbeitet haben, etwa beim ‚ImPuls – Studentische Sportberatung e.V.‘ und im PR-Team vom Kongress ‚blickpunkt sportmanagement‘ 2012. Über die Jahre hinweg haben wir ein ausgeprägtes Verständnis für die gegenseitige Arbeitsweise entwickelt. Auf dieser Basis ließ sich hervorragend arbeiten. Darüber hinaus sind wir auch privat gut befreundet.

Sie beide sind mit 24 Jahren noch recht jung. Was hat Sie dazu bewegt, ein Fachbuch zu schreiben?
Schneider: Wir hielten es für sinnvoll, neben den bisherigen Tätigkeiten den Blick auch auf andere, neue Bereiche zu richten. Ein Fachbuch zu schreiben war eine völlig neue Erfahrung, die mit großem Arbeitsaufwand einherging. Zudem hatten wir uns das Ziel gesetzt, in den jeweils beschriebenen Bereichen auch etwas Neues und bisher nicht Dagewesenes zu schaffen.

Ohms: Genau. Wir wollten uns fachlich weiterentwickeln. Ein Stück weit war da der Weg das Ziel.

Sehen Sie in dieser Veröffentlichung eine Weichenstellung für Ihre zukünftigen Laufbahnen?
Schneider: Wir haben aktuell keinen Plan in der Schublade liegen auf dem steht, dass wir beide als Autoren, Redakteure oder in ähnlicher Funktion arbeiten werden. Dennoch hat die Arbeit an diesem Buch eine Menge Spaß gemacht, wir beide haben wirklich viel dazugelernt. Es ist nicht auszuschließen, dass eines Tages noch ein weiteres gemeinsames Buch folgen wird.

Welche Pläne haben Sie für Ihren zukünftigen Karriereweg?
Ohms: Mein Studium mit Schwerpunkt im Dienstleistungssektor wird in der zweiten Jahreshälfte 2015 abgeschlossen sein. Für die Zeit danach möchte ich nichts ausschließen, aber die Rückkehr in den Sport würde mich reizen. In einem Sportverein könnte ich mir ein Engagement mit Schwerpunkt Sponsoring oder Öffentlichkeitsarbeit gut vorstellen.

Schneider: Persönlich interessiere ich mich stark für Online-Kommunikation, speziell im Bereich der sozialen Medien. Ich habe in diesem hochdynamischen Umfeld erste berufliche Erfahrungen sammeln können und strebe aktuell eine Tätigkeit in diesem Gebiet an. Gerne kann dies mit Sport zu tun haben, zwingend muss dies aber nicht der Fall sein.

Was sind die wichtigsten Eigenschaften, die ein Sportmanager braucht?
Ohms: An der Schwelle zwischen Studium und Berufsleben auf jeden Fall Durchhaltevermögen, Biss und eine konkrete Vorstellung davon, was man machen möchte. Es kann auch nicht schaden, auf dem Weg etwas nach links und rechts zu schauen. Wer dann eine Portion Flexibilität mitbringt, der ist – die fachliche Kompetenz vorausgesetzt – auf einem guten Weg. Außerdem sind die Klassiker wie Empathie und Teamfähigkeit natürlich unverzichtbare Voraussetzungen.

Schneider: Natürlich die Begeisterungsfähigkeit für den Sport und eine große innere Motivation sehr von Vorteil. Man sollte, wie im Sport auch, kämpfen können, sich durchsetzen wollen und Leistung zeigen. Aufgrund der Attraktivität der Arbeitsplätze herrscht viel Konkurrenz. Da gilt es, nicht nur das Studium im Kopf zu haben, sondern sich auch mit anderen Dingen auseinanderzusetzen und stets offen für Neues zu sein. Zudem ist die Branche auch überschaubar, also sind Kontakte oft viel wert.

Vielen DANK für das Interview!

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