10 Fragen an Tobias Degele von der Tippspiel-App Gambify

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gruenderWas genau dürfen wir uns unter Ihrem Startup vorstellen?
Die Tippspiel-App Gambify erlaubt es allen Fußballfans, mit ihren Freunden, Arbeitskollegen und Vereinskameraden private Tipprunden zu Sportereignissen, wie der Bundesliga, durchzuführen. Das macht Spaß und die Fußballspiele sind dadurch noch spannender. Zusätzlich bieten wir von Zeit zu Zeit öffentliche Tippspiel-Aktionen an, bei denen die Nutzer tolle Preise gewinnen können.

Wie ist die Geschäftsidee entstanden und wie funktioniert Ihr Geschäftsmodell?
Die Idee entstand durch die Notwendigkeit im eigenen Umfeld. Im Fußballverein wurden physische Tippzettel ausgeteilt, per Hand ausgefüllt, wieder eingesammelt und Tabellen berechnet. Bei meinem Vater wurden auf der Arbeit Excel-Listen per E-Mail hin- und hergeschickt. Solche Fußball-Tippspiele lassen sich aber bequemer mit einer Smartphone-App abwickeln. Da wir keine gute App finden konnten, haben wir begonnen, eine eigene Lösung umzusetzen.

Neben dem Tippen im privaten Umfeld macht es Spaß, sich mit einer möglichst großen Gemeinschaft von Fussballfans zu messen. Deshalb veranstalten wir gelegentlich ein öffentliches Tippspiel mit der Chance, tolle Preise zu gewinnen. So haben wir zur vergangenen WM mit Thomas Müller und adidas eine Aktion für einen guten Zweck durchgeführt. Der Nationalspieler hat für jeden Teilnehmer 1€ an die Stiftung „YoungWings“ gespendet. Die besten Tipper haben Preise von adidas gewonnen.

scheckuebergabe

Durch solche Aktionen bieten wir unseren Nutzern ein Highlight und Firmen sowie Prominente können die Beziehung zu ihren Kunden bzw. Fans pflegen. Dies können wir uns entsprechend entlohnen lassen.

Wer sind die Gründer, was haben sie vorher gemacht und wie haben sie zueinander gefunden?
Die Firma habe ich zusammen mit Marc Höffl gegründet. Wir kennen uns seit unserem dualen Studium (Wirtschaftsinformatik), sind gute Freunde und haben bereits im Rahmen von privaten Webprojekten zusammengearbeitet. Insgesamt haben wir beide jeweils sechs Jahre Praxiserfahrung im IT- und kaufmännischen Bereich eines Pharmakonzerns gesammelt. Da wir jedoch schon immer etwas Eigenes auf die Beine stellen wollten und uns super ergänzen, haben wir uns mit dieser Tippspiel-App selbstständig gemacht. Marc verantwortet die Programmierung der App und die dazugehörige IT-Infrastruktur. Ich bin in erster Linie für die User Experience der App sowie das Marketing verantwortlich.

Was waren die größten Hürden auf dem Weg zur Gründung?
Marc und ich haben zunächst neben unserem Vollzeitjob und an verschiedenen Orten an der App gearbeitet. Die Herausforderung war, uns gut abzustimmen und die Motivation hoch zu halten. Wenn nur die Freizeit zur Programmierung bleibt, dauert es eben ein bisschen, bis die ersten, vorzeigbaren Ergebnisse entstehen. Außerdem hatten wir einen hohen, technologischen Anspruch und mussten uns in viele Themen erst einarbeiten. Gleichzeitig gab es mit der WM jedoch eine fixe Deadline. Letztendlich war somit die größte Hürde, mit den begrenzten Ressourcen ein gutes Produkt bis zur WM fertig zu haben, parallel das erste Mal eine GmbH zu gründen sowie den Deal mit adidas, Müller und YoungWings einzufädeln.

gambify-logo

Wie finanzieren Sie Ihr Startup?
Da wir beide zuvor bei einem Konzern gearbeitet haben, konnten wir unser Startup durch eigene Ersparnisse finanzieren. Auch in Zukunft wollen wir uns, so lange wie möglich, aus eigenen Mitteln finanzieren. So bleiben wir unabhängig und können uns darauf konzentrieren, unsere Nutzer glücklich zu machen – ohne ständig Investoren bei Laune halten zu müssen.

Wer sind Ihre Mitbewerber und wie grenzen Sie sich von ihnen ab?
Neben vielen kleineren Anbietern ist vor allem „kicktipp“ eine sehr etablierte Lösung für das Organisieren von Fußball-Tipprunden. Wir grenzen uns dadurch ab, dass wir uns auf den mobilen Kanal, also Smartphone-Apps, fokussieren und den Tipp-Spaß durch soziale Interaktion zwischen den Spielern und einem ausgeklügelten Spielsystem erhöhen. Bei uns hat jeder Tipper einen witzigen Steckbrief, kann sich auf der Plattform mit anderen befreunden und innerhalb einer Tippgruppe chatten. Unser Spielmodus vermeidet Gleichstände zwischen den Tippern und bietet Spannung bis zum Schluss eines Tippspiels. Außerdem achten wir bei unserer App verstärkt auf eine leichte Bedienbarkeit und ansprechende Optik.

Wie wollen Sie Ihr Startup bekannt machen?
Neben den klassischen Online-Marketing Maßnahmen (Facebook Ads, SEO, SEM, …) wollen wir vor allem durch öffentliche Tippspiel-Aktionen mit attraktiven Partnern und Gewinnmöglichkeiten auf uns aufmerksam machen. In Verbund mit einer sehr guten App wird dies zusätzlich zu hoher Mund-zu-Mund Propaganda führen.

Wo stehen Sie mit Ihrem Startup in einem Jahr?
Wir haben eine große, zufriedene Nutzerbasis und die Kernfunktionen unserer App sowie das Geschäftsmodell dahinter weiter optimiert. Konkrete Jahresziele haben wir ehrlich gesagt nicht. Es gibt langfristige Ziele, zu deren Erreichung wir jedoch sehr kurzfristig bzw. agil planen.

Welche Tipps/Ratschläge würden Sie Gründern mit auf den Weg geben?
Grundsätzlich gäbe es hier sehr viel zu sagen. Ein konkreter Tipp, der vielleicht nicht so oft genannt wird: Man sollte zwar sehr zielstrebig sein, aber immer mit einer gewissen Portion Lockerheit. Manche Dinge sind geschehen, manche kann man nicht ändern. Die Welt dreht sich trotzdem weiter.

Was spricht für und was gegen eine Gründung im Sportbusiness?
Dafür: Sport ist ein großer Markt und bietet gerade im digitalen Bereich noch viele Möglichkeiten.
Dagegen: Es gibt sicherlich „wichtigere“ Bereiche, in denen man als Gründer ein Problem angehen kann (z.B. Gesundheit, Armut, Bildung, etc.).

Vielen Dank für das Interview

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